Thursday, 8. july 2010
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Bratkartoffel, Spiegelei und mit Speck,
das war unser lecker Mittagessen unterhalb vom Rauhorn in 2000m Höhe,einfach gigantisch.
Mein Wanderfreund Wolfi ist immer gut für leckere Gerichte aufm Berg, er scheut sich nicht Gaskocher, Töpfe und Geschirr mit auf die Berge zu schleppen und ist immer wieder ein Erlebnis.
Gestern sind wir um 7.00 Uhr aufgebrochen, um das Rauhorn zu besteigen. Ok, Gott sei Dank wusste ich noch nicht was mich erwartet.
Hinterstein, Villersalpe und dann weiter gehts....................einfach so gigantisch! Traumhaftes Wanderwetter, eine märchenhafte Aussicht und gute Gespräche, wenn mir mal nicht die Puste
ausging. Nach meiner Pilgerwanderung war ich erstaunlich fit und ich fühlte mich einfach nur glücklich. Ich liebe es auf einem Berg zu stehen und mir von oben die Welt zu betrachten. Es ist ein
so berauschendes Gefühl, ich spürte in mich hinein und fühlte das ich begeistert, entzückt, überschwänglich, überwältigt, hingerissen und so zufrieden bin. Mann, so eine Fülle und alles mir, das
finde ich toll. In diesen begeisterten Momenten komme ich mir wieder vor wie ein Kind und strahle was das Zeug hält.
Immer wieder bleibe ich stehen um diese beeindruckende Landschaft auf mich wirken zu lassen. Auf den Wiesen blühen die schönsten Blumen in allen möglichen Farben, es sah aus wie ein bunter
Teppich. Wir treffen auf Murmeltiere, Gämsen, Molche, Schafe, natürlich die wundervollen Allgäukühe, deren bimmelnde Glocken uns den ganzen Tag begeiten. Ein
Traumtag.
Wir kraxeln durch das Gebirge und ich bin so richtig fit. Plötzlich, aus heiterem Himmel, gehe ich in die Knie und spüre, dass ab jetzt nix mehr geht. Ich hatte das Gefühl der ganze Berg kracht
mit mir zusammen,Scheiße, da war es wieder, dass schreckliche Gefühl den Boden unter den Füssen zu verlieren. Ich konnte mich minutenlang nicht mehr bewegen und mußte mich erst einmal sammeln. Es
war wirklich nur noch ein kurzes Stück zum Gipfel, doch ich spürte, dass ich hier umdrehen mußte. Was nützt es mir nachher in der Wand zu hängen, da geht dann nämlich überhaupt nichts mehr und
dann dürfen wir die Berwacht rufen. Ok, liebe Ulla, hier und an dieser Stelle ist jetzt eine Entscheidung fällig. Ich muß sagen, diese Entscheidung fiel mir super schwer und wurde mir, zum
Glück, auch ein bisschen von Wolfi abgenommen, der keine Lust hatte mich aus dem Berg zu befreien, denn das ist ein hartes Stück Arbeit. Sehr schweren Herzens habe ich mich entschlossen die
Tour hier abzubrechen und zurück zu gehen. Mein lieber Herr Gesangverein, in mir ging die Post ab, habe ich jetzt versagt, oder habe ich eine weise und gute Entscheidung getroffen? Ich bleibe
öfter stehen und fühle in mich hinein. Alles ist gut, meine Entscheiidung ist absolut richtig.
Wolfi entschädigt mich dafür mit einem leckeren Mahl................Kartoffel, Spiegeleier und Speck in 2000m Höhe, das ist doch so genial. Später hat er mich dann auch noch mit gebackenen
Bananen und Schokolade überrascht.
Auch wenn ich den Gipfel heute nicht erreicht habe, ich habe dafür eine wichtige Entscheidung getroffen und nur das alleine zählt.
Danke für diesen gigantschen Tag.........................
Herzlichst eure Ulla 