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20. Januar 2011 4 20 /01 /Januar /2011 08:40

Schatten überm Heiligenschein…………………………….


Heute war sozusagen mal wieder einer meiner berühmten Tage, an denen sich so einige Schatten über meinem Heiligenschein getummelt haben. Brrrrrrrr……

Im Gesicht froh gelaunt, im Herzen jedoch etwas beklommen, wagte ich mich bei Schneesturm und Kälte nach draußen, um nach Kempten zu fahren. Letzte Woche hatte ich in drei Buchhandlungen mein Buch ….zum Prüfen auf Tauglichkeit…. dort abgegeben.


Tausende von Gedanken drängten sich wiederholt chaotisch durch meine Hirnwindungen. Die schlechten wollten sich, natürlich wie immer, einfach in den Vordergrund drängen. Hallo, ihr da oben, jetzt gebt aber mal Ruhe! Was habt ihr fortwährend in meinem Hirn rum zu spucken, ihr seid völlig unerwünscht und vor allem  komplett überflüssig!

CIMG1172
Gute Gedanken, gute Gedanken, bitte wo seid ihr?
Ok, klappte nicht, dann anders! Ich stellte kurzerhand die Musik lauter und begann schallend zu singen, jetzt konnten die da oben sich ein bisschen ärgern.
Parkplatz suchen und ab in die erste Buchhandlung. Die  freundliche Dame gab mir mit einem liebenswürdigen Lächeln mein Buch zurück und erklärte mir, sie würde zurzeit mehr Bücher über Psychologie verkaufen. Herzlichen Dank und auf Wiedersehen……………….!


Ach komm Ulla, bist scho a bisserl beleidigt, gib es zu. Nein, ich bin ganz tapfer und ziehe weiter! Jetzt beschummelte ich mich selbst. Ich hätte gerne geflucht wie ein Rohrspatz, aber ich erlaubte es mir nicht. Elvis kicherte, ich hörte es ganz genau:“ Jaja, so ist das Frau Autorin. Hast dich wohl zu früh gefreut. Wer hoch fliegen will, kann auch tief fallen!“ Diese Worte kamen mir irgendwie sehr bekannt vor, ich habe sie in meinem Leben schon mehrfach zu hören bekommen.


Nächste Buchhandlung. Die „liebenswürdige“ Dame hatte mich vor drei Tagen angerufen und mir mitgeteilt, dass sie beschlossen hatte, mir mein Buch zurück zu geben. Ich könnte es  wieder abholen. Alles klar, Luft anhalten und rein ins Geschäft. Ich war total gespannt welche von den tausend Frauen, die hier beschäftigt waren, die Frechheit besessen hatte,  mein Buch abzulehnen.
Eine kleine, blonde Dame in Stiefelchen kam auf mich zu, ihr Gesicht wirkte bissig und irgendwie genervt und gereizt. In diesem Moment fühlte ich sofort, dass sie es gewesen ist. Ihre Kollegin sprach sie an und postwendend wurde ich von ihr angepampt:“ Sie können das   Buch unten abholen!“
Ich fragte sie auffällig freundlich: „Habe ich mit ihnen telefoniert?“ Kurz und knapp, „Ja“! Mir lag echt auf der Zunge zu sagen, „Das habe ich mir schon gedacht“! Doch kurz bevor mir diese Worte über die Lippen sprudelten, vermochte ich mich rechtzeitig zu bremsen. Dafür schenkte ich ihr ein strahlendes Lächeln und siehe da, sie lief höchstpersönlich ins Untergeschoss um mir mein Exemplar zu holen. IMG00084
Draußen überkam mich dann urplötzlich eine riesige Welle der Wut. Blöde Schnepfe, Bissgurke, doofes Huhn, waren noch die mildesten Ausdrücke. Tapfer schluckte ich diese bösen Worte und Gedanken runter.


ACHTUNG Erstickungsgefahr!!!


Sofort und ohne große Vorwarnung brach in mir wieder der 52 jährige Krieg aus: das darfst du nicht denken, du bist doch auf einem positiven Weg, das machen „göttliche Frauen“ nicht! Ich zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht und bildete mir ein, alles wäre gut.
Denkste Marianne, nix war gut ………….. ich will jetzt sauer, verdrießlich, beleidigt und empört sein! Mein Baron der Finsternis wollte unbedingt das Kommando übernehmen, er fuhr mir unaufhörlich in die Parade und alle Argumente von Lady Sunshine gingen in seinem Gebrummel unter.  Mein Blick richtete sich nach oben und ich bat den Chef gnädigst um Vergebung.
Ich lief durch die Straßen und musste trotz meines inneren Chaos echt grinsen. Typisch, achtundneunzig Dinge liefen gut und mich nervten und beschäftigten nur die zwei popligen die weniger funktionierten.


Buchhandlung Nummer drei endlich ein kleiner Teilerfolg. Der wohlwollende Herr erklärte mir, dass er das Buch über den Großhändler beziehen möchte. Danke schön.
Nach diesem Nervenakt setzte ich mich in ein Cafe und ertränkte den Baron der Finsternis in einem Cappuccino. So, das hatte er nun davon. Ich nahm mein Buch in die Hand, begann ein Kapitel daraus zu lesen und plötzlich wurde mir klar, welch wundervolles, einmaliges Werk ich geschaffen hatte. Mich berührten meine eigenen Worte, die ich schon zum tausendsten Male gelesen hatte, und mir wurde blitzartig klar, mein Buch ist einfach fabelhaft.


Eine Woge der Dankbarkeit ergriff mich und ich war unglaublich stolz auf meine Leistung.Roman lila hut Titelseite-4 Kopie
Alles ist okay, das durfte ich heute wieder erfahren. Auch meine dunklen Seiten wollen gelebt, beachtet und wertgeschätzt werden, sie gehören auch zu mir. Krampfhaftes Leugnen dieser dunklen Schatten um meinen Heiligenschein, ist ein sinnloses Unterfangen. Es verursacht nur Bauchschmerzen und Kopfzerbrechen. Lieber mal kurz, heftig und aus dem Herzen heraus geflucht, als immer dieses Möchtegern-Gesäusel.


Ist das alles aufregend………………………


Herzlichst deine Ulla

 

www.mein-lila-hut.de

 IMGP1561

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Published by Mein Lila Hut - in Weisheitsgeschichten
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Kommentare

Patricia Koelle 01/31/2011 08:14


Lass dich nicht entmutigen. Mit deinem Buch hat das nichts zu tun. Die wenigsten Buchhandlungen nehmen ein Buch ins Sortiment auf, dass nicht von einem großen Verlag oder einer sehr bekannten
Autorin ist. Konzentriere dich auf Lesungen, auf das Internet und vor allem, schreibe Zeitschriften an, biete ihnen Rezensionsexemplare. Wenn du da einen Artikel unterbringen kannst, hast du viel
gewonnen. Dein Thema ist doch für Frauenzeitschriften wie geschaffen. Viel Erfolg!
Beste Grüße, Patricia


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