Artikel teilen! Innere und Äußere Unordnung: Wie oft in unserem Leben wird uns klar, welche Unordnung in unserem INNEREN herrscht? Wie oft erlebe ...
In einem Dorf hatte es lange nicht geregnet. Alle Gebete und Prozessionen hatten nichts genützt, der Himmel blieb verschlossen. Die Menschen gerieten immer mehr in Verzweiflung und Angst. In der
größten Not wandte sich das Dorf an einen Regenmacher. Dieser kam und war von dem verstörten Geisteszustand und der Angst der Menschen erschüttert.
Er bat um eine Hütte am Dorfrand, um zu meditieren. Man sollte ihm täglich Nahrung bringen und ihn nicht weiter stören, damit er für das Dorf beten könne. Dann schickte er die Leute wieder zu
ihrer täglichen Arbeit. Die Menschen beruhigten sich immer mehr, aber auch nach Tagen kam immer noch kein Regen.
Erst am fünften Tag trat der Regenmacher aus der Hütte, weil Wolken am Himmel waren und es zu regnen begann. Die Menschen kamen jubelnd von ihren Feldern und Arbeitsplätzen und zogen vor die
Hütte des Regenmachers, um ihn zu feiern und nach dem Geheimnis des Regenmachens zu fragen.
Er aber antwortete ihnen: „Ich kann keinen Regen machen.“
„Aber es regnet doch“, sagten die Leute.
Der Regenmacher erklärte ihnen: „Als ich in euer Dorf kam, sah ich die äußere und innere Unordnung. Ich ging in die Hütte und brachte mich selber in Ordnung. Als ich in Ordnung war, kamt auch ihr
wieder in Ordnung, und als ihr in Ordnung wart, kam auch die Natur in Ordnung, und als die Natur in Ordnung war, hat es geregnet.“
Verfasser, unbekannt

