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12. April 2012 4 12 /04 /April /2012 07:16

Grad ist der Wurm drin.............DSC00597

 

Egal was ich in den letzten Tagen tue, es fühlt sich alles 

irgendwie komplett falsch an. Seit ich wieder auf
„meiner Insel“ bin, spukt es durch meinen Kopf…………..
HIER IST DER WURM DRIN! 

 

Es fing schon bei der Anreise an:

Wir alle wissen, auf die Deutsche Bundesbahn ist immer Verlass, zumindest in der Richtung, dass die Züge fast immer Verspätung haben. Besonders, wenn es sich um eine Anreise auf die Insel Juist handelt, hat das fatale Konsequenzen. Bei einer Fähre am Tag, stehst du dann ganz schön blöd da, wenn du diese verpasst, und den „freundlichen“ Bahnbeamten, tangiert das herzlich wenig. 


Da es der Zugführer meines Anschlusszuges vorgezogen hat, nicht auf meine verspätete Bahn zu warten, fährt mir der Zug in Münster prompt vor der Nase weg. Ich hatte schon die Hand an der Tür, aber der düst einfach ab. Da stehe ich nun kopfschüttelnd auf dem Bahnhof und gucke blöd durch die Wäsche. Im ersten Moment spüre ich einen heftigen, sich beängstigend ansteigenden Zorn in meinem Innersten. Ich fluche und bin ziemlich ungehalten, mein Herz klopft zum zerspringen und ich ringe mit meiner Fassungslosigkeit.
Eine Zugtür weiter sehe eine Dame die ebenfalls völlig verwirrt drein schaut. Kopfschüttelnd stehen wir wie zwei begossene Pudel da und können es einfach nicht fassen. DSC01340 (2)


Ok, schießt es mir durch den Kopf, immer schön positiv bleiben, wer weiß wofür es gut ist, das sollte jetzt wohl so sein. Sicher eine göttliche Fügung, wir werden ja sehen. Ach, was bin ich wieder so spirituell angehaucht! Schließlich komme ich gerade ausgeruht und rundum entspannt aus dem Land des Lächelns. Wer wird sich denn dann über einen verpassten Zug aufregen? Ich sicher nicht!

 

Wie das Schicksal es ab und an so lenkt, möchte die Dame auch nach Juist. Interessant, rattert es in meinem Kopf, siehste, sowas nenne ich mal eine schicksalhafte Begegnung.
Nach dem ersten flüchtigen und klitzekleinen Wutanfall, müssen wir Beide herzhaft lachen und versprechen uns, dass Geschehene mit Humor zu nehmen. Nach einigen Diskussionen mit dem „freundlichen“ und „hilfsbereiten“ Bahnbeamten, steht fest, wir müssen auf einen anderen Zug warten, der dann natürlich viel zu spät für unsere Fähre, in Norddeich Mole ankommt.

 

Na Bravo, auch das noch! Ade, du schöner freier Tag, ich darf hier und jetzt Abschied von dir nehmen! Claudia, so heißt die Dame, die mein Schicksal teilt, trifft es jedoch noch schlimmer. Sie hat ein Vorstellungsgespräch am Nachmittag und darf sich erst einmal davon verabschieden. Ok, so gesehen  hab ich ja dann noch Glück gehabt. Zunächst proben wir Beide ein bisschen den Aufstand am Schalter der Deutschen Bahn, denn wir finden es trotzallem sehr wichtig, den Menschen hier zu zeigen, dass wir das so ziemlich daneben finden, was uns gerade widerfahren ist. Der gute Mann schaut leicht verwirrt und ist redlich bemüht eine adäquate Lösung für unser Problem zu finden.
Nach einigen Telefonaten seitens des Bahnbeamten, lautet die Lösung:  1,5 Std. auf den nächsten Zug nach Norddeich Mole warten, mit dem Ergebnis, dass die Fähre weg und schon kurz vor Juist ist. Da es aber täglich nur eine Fähre nach Juist gibt, gäbe es die Option, dass die Bahn uns einen Flug nach Juist zahlt. Was der junge Mann noch nicht weiß, aber ich: der Flugverkehr auf die Insel ist wegen Nebel vorerst eingestellt.


Ich spüre wie sich in mir langsam aber sicher ein leichter bis mittelschweren Koller zusammenbraut. Äußerlich versuche ich noch die Ruhige zu markieren, auch wenn meine Stimme schon eine gefährliche Tonlage einnimmt.

Ulla, bleib ruhig, kannst doch nix mehr ändern, was soll die Aufregung: denke daran, wer weiß schon, für was diese Situation gut ist. So spricht der Engel der Sanftmut in mir.DSC01341 (2)
Geh dem Typ an den Kragen, zeig ihm wo der Hammer hängt und verlange dein Recht! Mindestens einen Schadensersatz für einen verlorenen Tag, den ganzen Ärger und die verplemperte Zeit! Oder wenigstens ein Taxi bis zur Fähre in Norddeich Mole, wir könnten es dann noch schaffen! Das ist mein Fürst der Finsternis!


Gott sei Dank hält immerhin ELVIS die Klappe, ansonsten müsste ich gleich komplett am Rad drehen. Soweit ich mich erinnere, liegt er gefesselt und geknebelt ganz unten in meinem Koffer, so, als hätte ich schon eine Vorahnung gehabt.

Nix zu machen, der Bahnbeamte hat eine feste Anweisungen bekommen, die lautet: Warten auf den nächsten Zug und dann auf Gott vertrauen, dass sich der Nebel bis dahin verzogen hat. 


Schweren Herzens beuge ich mich dieser höheren Gewalt, mit bösen, gemeinen Worten komme ich hier auch keinen Schritt weiter, macht mir ein fieses Karma und ändern würde es ja auch nichts. Also, Faust in der Tasche und ein Lächeln auf die Lippen zaubern. In den ersten Minuten fällt es mir noch recht schwer, doch dann siegt mein Humor, wir schnappen uns die Koffer und suchen uns ein Café.

Das Schlimmste an der ganzen Situation ist jedoch, dass ich mich gerade mal wieder in eine Diät gestürzt habe. Jede Stunde darf ich ein klitzekleines bisschen essen oder einen Schüttelshake trinken. Doch was ich jetzt ganz dringend bräuchte, wären ein fettes Sandwich und ein Bier! Prost-Mahlzeit!

Fähre weg und die Insel in einen dichten Nebel gehüllt.  Das ist das Ergebnis als wir in Norddeich Mole ankommen.
Das Personal vom Flughafen in Juist hat 2 Stunden Mittagspause, wir wollen sie im Café vom Terminal  nach Norderney überbrücken.  Irgendwie scheinen alle noch ein Fünkchen Hoffnung zu haben, dass der Nebel sich in den nächsten Stunden verzieht.  Mein Blick richtet sich flehend gen Himmel, ich bitte aus vollem Herzen alle Heiligen, Erzengel und alles was göttlich ist um Unterstützung.


Ja meine Damen, wenn schon Pech, dann bitte auf der gesamten Linie, halbe Sachen sind heute ausverkauft! An der Tür zum Café hängt ein Schild……..Dienstags geschlossen…….! Heute ist echt der Wurm drin!
Könnt ihr euch noch an die HB Werbung der 70ziger Jahre erinnern?  In diesem Moment kam es mir sofort in den Sinn……wer wird denn gleich in die Luft gehen? Greife lieber zu HB!
Wenn das so weiter geht, greife ich gleich zu was anderem, denn langsam und ganz sicher geht meine Geduld zu Ende.
Der Nebel bleibt und wir auch. Großzügig, wie die Deutsche Bundesbahn so ist, spendiert sie uns eine Übernachtung mit Frühstück im Hotel. Ich bin begeistert, wer bezahlt das Abendessen, meine Nerven und die verlorene Zeit? Ja, das dürfen wir unter „höhere Gewalt“ verbuchen! Na, Bravo! downloadAttachment.htm

Was soll‘s, warum ärgern, ändert ja wirklich nichts. Also freuen Claudia und ich uns, denn ohne dieses Malheure, hätten wir uns ganz sicher nie kennengelernt.

 

Seit diesem besagten Tag ist bei mir sprichwörtlich der Wurm drin. Ist das jetzt ein ZEICHEN? Wenn ja, bitte sag mir, für was!

 

Herzlichst eure Ulla

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Published by Mein Lila Hut - in Weisheitsgeschichten
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