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29. August 2012 3 29 /08 /August /2012 19:15

Danke Papa, Danke………….

Wie oft in den letzten 54 Jahren habe ich mich mit ihm gezankt, habe ihn auf den Mond und sonst wo hin gewünscht? Wie oft war ich wütend und habe mir mehr Verständnis und Liebe gewünscht? DSC07946.JPG
Wie oft war ich traurig, weil ich glaubte, dass er mich nie im Leben verstehen wird?


19 Jahre war ich in der Welt unterwegs, um zu flüchten, vor meinen Gefühlen und den wichtigsten Menschen in meinem Leben!

Am Sonntagmorgen ist mein Papa gestorben und plötzlich fühlt sich vieles verändert an, entsteht in mir ein Verständnis, das ich nie zuvor vermutet hätte. Klären sich viel vertrackte Situationen von selbst und was bleibt ist eine große, innige und alles verstehende LIEBE.

Mein Papa war sehr krank und für mich war es in den letzten Monaten enorm schwer, das alles aus der Ferne mit zu verfolgen. Täglich kamen Anrufe von meiner Familie und die Situation wurde für mich mit der Zeit unerträglich.
Ständig hatte ich das Bild von meinem kranken Papa vor Augen, wie er leidet, sich vor Schmerzen krümmt, wie er heimlich und still weinte, um vor meiner Mama und meinem Bruder seine Ängste zu verbergen.
Wie er von einem Krankenhaus ins andere geschickt wurde und jeder Arzt eine neue, erschütternde Diagnose stellte. Wie er alles mit sich selbst ausmachte, um die Menschen in seiner Umgebung nicht zu beunruhigen.


Jeden Morgen habe ich mich an mein Fenster gestellt, heraus gesehen und mich gefragt, wie es ihm heute wohl gehen mag, ob er Schmerzen hat und was ich jetzt tun sollte? Der wundervolle, einzigartige Blick aus meinem Fenster konnte mir wenig Trost bieten.  DSC06068.JPG
Ich habe ihn registriert, doch die Schönheit dieses Anblickes vermochte mein Herz nie mehr zum Singen zu bringen. Jede Faser meines Seins hat sich nur noch nach Hause gesehnt, nach der vertrauten Umgebung und den lieben Menschen, die meine Hilfe benötigen.
Täglich habe ich mit mir selbst gekämpft, mit meinem Gewissen und dem Pflichtbewusstsein meinem Arbeitgeber gegenüber.

Dann wurde auch noch meine Mama krank, sie musste operiert werden und war selbst außer Gefecht gesetzt. Nach ihrer Knie-OP sollte sie sich schonen und das Bein entlasten. Wie sollte das zu Hause funktionieren? Mein Bruder Peter war ständig unterwegs in Sachen „Elternbetreuung“ und kümmerte sich liebevoll um die Beiden. Doch irgendwann blieb auch er auf der Strecke, hatte einen Wanderunfall und wurde ebenfalls operiert. Acht Wochen durfte er sein Bein nicht mehr belasten und ich stellte mir wiederholt die gleiche Frage: Verlasse ich die Insel oder bleibe ich hier?

Jedes Mal, wenn das Telefon klingelte, begann mein Herz zu rasen und ich bekam es mit der Angst zu tun. Vor lauter Sorge und Not konnte ich kaum schlafen, war permanent müde und ausgelaugt. Fortwährend liefen vor meinem inneren Auge Horrorfilme ab und das brachte mich völlig aus dem Häuschen.
Ganz tief in mir spürte ich schon lange, dass es für mich wichtig war, eine weitreichende Entscheidung zu treffen. Trotzdem habe ich ununterbrochen gezögert, alles hinausgeschoben und die Stimme in meinem Herzen total verdrängt.
Sie hatte mir schon lange den Weg zurück in die Heimat gewiesen, sogar schon im letzten Jahr. Doch wie Ulla so tickt, hat sie die Finger in die Ohren gesteckt und sich so manches kurzerhand schön geredet.
Ich gebe es ja zu, wenn auch ungern. Der Grund ist auch einfach zu erklären: ich wollte auf keinen Fall wahrhaben, dass mein Weg mich zurück in die Heimat führt. Warum? Tief in meinem Inneren kenne ich die Antwort und ich werde es ganz sicher zum richtigen Zeitpunkt aus mir herausschreiben.

Irgendwann kam dann der Tag, an dem ich spontan und ohne große Überlegungen meine Kündigung eingereicht habe.
JETZT war es an der Zeit zu gehen, ich habe mein Herz sprechen lassen und meinen Verstand kurzerhand ausgeknipst. Es fühlte sich an, als würde sich ein Puzzleteil nach dem anderen einfügen, bis das ganze Bild komplett fertig war.

Eines könnt ihr mir wahrlich glauben, es war ein unglaubliches Glücksgefühl, das mich durchströmt hat und ich habe regelrecht befreit gefühlt.

In dieser bedrückenden Zeit wurde ich stets liebevoll von meinen Freundinnen Claudi, Gisela und Claudia unterstützt und beraten. Sie alle gaben mir Mut und Zuversicht, sie unterstützten mich immer wieder in dem Vorhaben nach Hause zurück zu kehren. Dafür bin ich ihnen unendlich dankbar. 559203_3503740320384_1931208697_n.jpg

Letztendlich hat mein Papa mich nach Hause geholt, meine Wanderung ist vorerst beendet und ich bin jetzt genau dort wo ich hingehöre…………………… DANKE PAPA, DANKE!

 

Herzlichst eure ULLA

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Published by Mein Lila Hut - in Weisheitsgeschichten
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Kommentare

Kiat Gorina 09/05/2012 12:01

Glücklich ist die Frau zu schätzen, die auf Freundinnen bauen kann!

Mein Lila Hut 03/20/2013 22:28



Ja da stimme ich dir von Herzen zu...............



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