Ich sitze gerade im Westerwald und lasse das gesamte Jahr 2011 Revue passieren.
Im vergangenen Jahr ist sehr vieles auf mich eingeströmt, einiges gewollt, anderes unbeabsichtigt und so viele verschiedene Situationen habe ich schlicht und
einfach geschehen lassen, obwohl ich ganz genau wusste und gespürt habe, dass ich komplett auf dem Holzweg bin.
Nach dem mein vermeintlicher Traumjob (Frauen zu begleiten, den Weg zu ihrem eigenen Herzen zu finden) ganz und gar in die Hose ging und ich finanziell vollständig
baden, setzte ich blitzschnell einen bedeutenden Plan in die Tat um.
Mein Umzug vom Süden in den Norden
. Eines muss ich mir definitiv lassen: ich habe mich noch nie in meinem
Leben unterkriegen lassen. Ich fand immer Mittel und Wege „Neues“ auszuprobieren, darin war ich stets Weltmeister. Hingefallen bin ich in meiner Laufbahn unsägliche Male, aber ich habe es stets
geschafft, erneut mit vollem Elan von vorne zu beginnen.
Seit gestern habe ich meinen wohlverdienten Urlaub, sitze jetzt bei meinen Eltern im Westerwald und versuche mir die nötige Zeit zu schenken, die ich brauche mich
um MICH selbst zu kümmern.
In mir drin herrscht eine völlige Unruhe. Eine solch Zerrissenheit, Verstörtheit und Sorge, dass sich sogar schon meine Haut anfängt zur Wehr zu setzen. Schon seit
längerer Zeit, plagt mich ein grauenhafter Ausschlag. Mal ist er stark, dann wieder schwach, dann verschwunden und just in diesen Tagen wieder auffallend aktiv.
Da ich ja weiß, dass die Haut der Spiegel der Seele ist, fange ich zum wiederholten Male an, in meinem Seelenmüll zu kramen. Ein Blick in den Spiegel genügt mir, um
festzustellen, dass auch mein Äußeres darunter leidet. Irgendwie erscheinen mir meine Mundwinkel verkniffen und angestrengt auszusehen. Einbildung oder Wahrheit? Das ist meine Frage.
Die Leute, die mir begegnen, begrüßen mich mit, „Hallo, du siehst aber blendend aus, dir geht es ja anscheinend richtig gut!“ Ich frage mich dann jedes Mal ganz
verwundert, „ warum sagen sie so was? Empfinden sie
mich ehrlich so, oder ist das nur die berühmte, geschmeidige Floskel des Wiedersehens? Kommt ja auch a bisserl blöd jemanden mit den Worten zu begrüßen, „Mann siehst du Scheiße
aus!“.
Zur Folge hat für mich so eine Situation, dass ich in jeden Spiegel glotze und überprüfe wie ich aussehe und was mir mein Gesichtsausdruck eventuell gerade sagen
will. Selbstkritisch und akribisch forsche ich in meinem Gesicht, auf der Suche nach Spuren der Verzweiflung, der Angst, der Unverstandenheit. Mensch Meier, da ist er wieder, der selbstgemachte
innere Stress. Mit gewaltigem Erfolg, betrete ich zum x-ten Mal das Zimmer meines Selbstmitleides und suhle mich so richtig darin herum.
Ich kanns einfach nicht lassen und purzele in die Fallen, die ich mir vorher, mit enormem Aufwand, höchst persönlich aufgestellt habe. Hisse meine schwarzen Segel
und steche in das Meer der Traurigkeit.
Es ist schon erstaunlich, so vieles zu wissen, erkannt, erlebt, durchgemacht zu haben und trotz allem, diese immer wiederkehrende, bedrohliche Situation
zuzulassen.
Aussteigen, los Madam, bewege deinen Arsch und verlasse diese verfahrene, engstirnige Sackgasse, sofort!
Mein Elvis, dieser Klugscheißer, sitzt jabbelnd in der Ecke und grinst sich einen ins Fäustchen. „Hihi, sag ich dir doch immer wieder, lass alles beim Alten, das
kennst du doch, Veränderung ist soooooooooo anstrengend!“
Nix da, mein Freund, diese Anstrengung lohnt sich auf jeden Fall, da bin ich mir hundertprozentig sicher!
Im letzten Jahr auf meiner Insel der Träume haben mich uralte, tiefsitzende Problematiken eingeholt, die ich, bis dato, erfolgreich eingemauert hatte. Auf Juist,
sind so einige aus mir herauskatapultiert worden und haben mich mit einer solchen immensen Wucht getroffen, dass ich mehrmals in ein unsäglich tiefes, schwarzes Loch gestürzt bin.
Wenn nicht hier, wo dann? Diese Insel bringt so einiges ans Tageslicht, dein Innerstes wird nach außen gekehrt und du stehst da und kannst nur noch verwirrt
und überrumpelt staunen.
ENTSCHLEUNIGEN heißt mein Zauberwort, denn das ist es was ich zurzeit brauche. Ruhe, Menschen, mit denen ich Lachen, Scherzen und Spaß haben kann. Spielen mit
meinen Enkelkindern, bummeln mit Mama, Freunde besuchen und einen ausgiebigen Besuch mit meiner Freundin Usch in der Sauna. Anschließend 2 Wochen Entspannung in Ko Samui und ein paar Urlaubstage
im Allgäu. Die Aussichten sind glänzend und ich spüre wie die Vorfreude in meinem Herzen Einzug hält.
Die schwarzen Segel werden eingeholt, die weiße Fahne gehisst und los geht die Fahrt in einen erholsamen, einzigartigen Urlaub mit mir SELBST.
Herzlichst eure Ulla
Diese wundervolle Karte von Jwala Gamper, habe ich an genau
diesem Tag gezogen und sie passt einfach genau zu meinem momentanen Thema.
Signkarten von Jwala Gamper
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